Indien-Tag in der BayernLB 

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Indien-Tag in der BayernLB

Über Chancen und Herausforderungen für mittelständische Investoren in Indien diskutierten Experten in der BayernLB
von Anne-Katrin Haß

Langfristig ein äußerst attraktives Investment

Der Subkontinent gilt als attraktiver Zukunftsmarkt, doch dieses Potenzial zu heben, erfordert passende Strategien. Im Fokus standen daher Fallstricke und Lösungsansätze im Vertriebs- und Personalmanagement mit Best Practices-Ansätzen.  

Dr. Jana Helbig, Geschäftsführerin German Centre Delhi.Gurgaon

„Make in India MITTELSTAND", die vielversprechende Kampagne der indischen Regierung, richtet sich speziell an deutsche mittelständische Unternehmen, die Zielkundengruppe der BayernLB. Die Bank unterstützt diese Kunden beim Markteintritt bzw. Ausbau eines eigenen Stützpunktes in aufstrebenden Märkten mittelbar durch ihre German Centres. In Indien erfolgt die Unterstützung durch das German Centre Delhi.Gurgaon - einer Kooperation der BayernLB und der Landesbank Baden-Württemberg. Geschäftsführerin Dr. Jana Helbig erläuterte an Praxisbeispielen, inwieweit interkulturelle Differenzen, Vertriebsstrategien tangieren.

Wie kaum ein anderes Land ist Indien auf (Auslands-)Investitionen in großem Umfang angewiesen, wenn Modis Reformprogramm ein Erfolg und die damit verbundene Hoffnung auf Industrialisierung, Arbeitsplätze und Überwindung der Armut nicht enttäuscht werden soll. Manuel Schimm, Länderriskoanalyst der BayernLB, attestierte dem Staat eine gute Entwicklung bei den ökonomischen Makro-Rahmendaten und erläuterte, warum der Verfall der Rohstoffpreise zugleich als „Konjunkturpaket" wirkt. Indiens kurz – bis mittelfristiger Ausblick sei positiv, daher sollten in dieser Phase die notwendigen strukturellen Reformen angegangen werden, so Schimm in seiner volkswirtschaftlichen Analyse.

Gemeinsam hatten neben der BayernLB und dem German Centre Delhi.Gurgaon die Bochumer Indienberatung Dr. Wamser + Batra GmbH, die Hochschule Hof und der OAV, German Asia-Pacific Business Association, interessierte Kunden zu der Veranstaltung eingeladen.

In ihrer ‚Bilanz nach eineinhalb Jahren Modi: Kampagnen und Reformvorhaben‘ sah Barbara Schmidt-Ajayi, Regional Manager India/South Asia, richtige Ansätze. Aber, so Schmidt-Ajayi, wichtige Reformen würden von der Opposition im Oberhaus blockiert. So schmälere die Niederlage bei der jüngsten Regionalwahl in Bihar die Erfolgsaussichten in der anstehenden Winter Session. Insgesamt sei Indien auf einem positiven Weg, auch wenn die Veränderungen langsamer als erwartet voranschreiten, so ihr Fazit.

„In Indien werden Erfolg oder Misserfolg wesentlich von der Frage der richtigen Prozesse und Organisation sowie der Führung und Kontrolle durch das deutsche Mutterunternehmen bestimmt", sagte Werner Heesen, Leiter Personal & Organisation der Dr. Wamser + Batra GmbH. Heesen, der 17 Jahre in Asien tätig war, stellte die divergierenden Verhaltensmuster der Arbeitnehmer den Auswirkungen auf die Führungspraxis gegenüber.

„Wir haben für deutsche Unternehmen ein einzigartiges Programm entwickelt, durch das sie sich ihren eigenen Führungsnachwuchs systematisch heranziehen können", stellte Prof. Dr. Stefan Wengler von der Hochschule Hof seine Erfahrung mit Absolventen des MBA-Programms ‚German-Indian Management Studies‘ vor. „Unsere Absolventen sollen in Zukunft für deutsche klein- und mittelständische Unternehmen eine Brückenfunktion zwischen Deutschland und Indien einnehmen."