Archiv/2016

MittelPunkt.

Das Magazin der BayernLB

Zahlen, bitte!

Bier her!

Von der Wissenschaft des Bierschaums, hochprozentigen Eiskristallen – und einem Volk, das es geschafft hat, sich als Erfinder des Biers zu inszenieren
von Bernd Grebler

57 %

Alkohol hat das aktuell stärkste Bier der Welt. Zur Herstellung kühlt Braumeister Georg Tscheuschner aus dem mittelfränkischen Gunzenhausen 16-prozentiges Bockbier auf bis zu minus 60 Grad herunter, damit sich Aroma und Alkohol in den Eiskristallen Stück für Stück immer weiter konzentrieren. 30 Liter Bockbier braucht es für einen Liter Rekordbier. Der Preis für die 0,33-Liter-Flasche: 199 Euro.

7.500.000 Mass

Bier wurden 2015 beim Oktoberfest von 5,9 Millionen Besuchern getrunken, im Schnitt 1,3 Liter pro Person. Zum Vergleich: 1980 trank jeder Besucher nur 0,75 Liter Festbier. Und das, obwohl die günstigste Maß damals gerade mal 4,80 DM gekostet hat. Heute zahlt man dafür 10,40 Euro.

276 Sekunden

dauert es, bis der Schaum eines Weißbiers nach dem Einschenken in sich zusammenfällt, deutlich länger als bei einem Hellen mit 124 Sekunden oder einem Lager mit 168 Sekunden. Das fand der Physiker Arnd Leike heraus und erhielt als erster Deutscher dafür den „Ig-Nobelpreis", das satirische Gegenstück zum Wissenschaftspreis aus Schweden.

4.000 v. Chr.

brauten die Sumerer das erste Bier. Nun ja, zumindest waren sie die ersten, die ihre Vorliebe dank Keilschrift dokumentierten. 5.000 Jahre später nahm dann die älteste noch aktive Brauerei der Welt ihren Betrieb auf: die Klosterbrauerei Weihenstephan im bayerischen Freising.

3 Sekunden

dauert es im Hacker-Festzelt auf dem Oktoberfest, eine Maß Bier einzuschenken. Möglich macht das eine Bier-Pipeline, gesteuert durch eine Automatisierungsanlage von Siemens. Das ist schnell. Aber nicht schnell genug für den Amerikaner Steven Petrosino, der 1977 einen Liter Bier in 1,3 Sekunden trank.

4 Schläge

brauchte der 2014 neu gewählte Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, um das erste Bierfass beim Oktoberfest anzuzapfen. Eigentlich eine gute Leistung. Reiter sah das in seiner ersten Reaktion wohl anders. „Scheiß drauf, wurscht" waren seine ersten Worte, noch vor dem traditionellen „O’zapft is".

 

Foto (Ausschnitt) oberer Bildrand: Panther Media