Archiv/2016

MittelPunkt.

Das Magazin der BayernLB

Zahlen, bitte!

London vs. Frankfurt

London gilt als wichtigster Finanzplatz weltweit. Doch was würde passieren, wenn sich die Briten beim Referendum am 23. Juni für einen Austritt aus der Europäischen Union entscheiden? Würde dann Frankfurt der große Gewinner sein? Die Ausgangsposition in Zahlen
von Bernd Grebler

40 zu 2 Prozent

lautet das Verhältnis beim Anteil am weltweiten Devisenhandel. Und zwar zugunsten Londons. Frankfurt spielt in diesem Geschäft seit Einführung des Euro nur noch eine Nebenrolle.

693.000 zu 63.000 Menschen

arbeiten in der Finanzbranche – in der Stadt an der Themse also zehnmal mehr als am Main. Im Fall eines Brexit, schätzen Experten, stehen in London bis zu 100.000 Stellen auf dem Spiel. Gerade die US-Großbanken könnten sich gezwungen sehen, Arbeitsplätze nach Frankfurt zu verlegen – konservativ berechnet bis zu 20.000 Stellen.

225 zu 259 Meter

beträgt der Abstand der jeweils höchsten Bürogebäude in den Finanzbezirken der beiden Metropolen und sichert Frankfurt zumindest in diesem Bereich den ersten Platz. Mit seinem Commerzbank-Tower übertrumpft die Stadt am Main das wegen seiner Keilform „Cheese Grater" (Käsereibe) genannte Leadenhall Building in der Londoner City um immerhin 34 Meter.

5.500 zu 1.200 Euro

kostet eine durchschnittliche 80-Quadratmeter-Mietwohnung in guter Lage in London oder Frankfurt. Damit ist die Stadt an der Themse eines der teuersten Pflaster weltweit. Im Falle eines Brexit dürften aber auch die Preise in Frankfurt merklich anziehen.

0,50 zu 0,00 Prozent

Zinsen gibt es auf der Insel und dem Kontinent. Während die EZB in Frankfurt den Leitzins im März dieses Jahres auf 0,00 Prozent gesenkt hat und für kurzfristige Einlagen sogar Strafzinsen verlangt, können Londoner Geldinstitute ihre Britischen Pfund bei der Bank of England seit 2009 gleichbleibend zu 0,50 Prozent anlegen.

8.600.000 zu 700.000 Einwohner

zählt der direkte Städtevergleich. Gegen die Weltmetropole London ist Mainhatten also nur ein Nest. Immerhin: Kulturell können die Hessen mit ihren 60 Museen (London: 200) ganz gut mithalten.

Foto oberer Bildrand: action press